Café Herzschlag, Dienstag, kurz nach acht. Jadoo stellt Dir einen Milchkaffee hin, ohne zu fragen. Patrick legt die Akte auf den Tisch.

„Fangen wir an."

Willkommen in St. Hofen365 Tage. Ein Schein. Eine Stadt voller Menschen, die mitgehen.

Hier beginnt dein Jagdschein-Jahr.
Ankunft in St. Hofen
St. Hofen

Ankunft in St. Hofen

Eine kleine Stadt in den Bergen — ein Forstamt, ein Café, eine Kanzlei. Und sieben Menschen, die das nächste Jahr mit dir gehen.

Warum dieser Kurs anders ist

Du wirst keinen 600-Seiten-PDF-Reader bekommen. Du wirst auch keine Multiple-Choice-Mühle durchlaufen, die sich nach drei Lektionen anfühlt wie das vorherige Lernportal aus den Neunzigern.

Du bekommst stattdessen ein Jahr mit sieben Menschen aus St. Hofen. Du wirst mit Anna in den Hochsitz steigen, mit Marko die Falknerei kennenlernen, mit Patrick im Le-Corbusier-Sessel über § 1 BJagdG streiten, im Café Herzschlag verstehen, warum Jadoo die klügste Person ist, die du nie für klug gehalten hättest, am Stammtisch des Hegerings auf Walter treffen — den 70-jährigen Hüter aller jagdlichen Bräuche, der dir lachend erklärt, warum „Waidmannsheil“ nichts Politisches ist. Und am Frühstückstisch deiner WG-Mitbewohnerin Lara hörst du genau die Frage, die ein Drittel der Republik dir auch stellen würde: „Warum eigentlich?“

Das ist der Prolog. Hier triffst du sie. Danach geht es ins erste Fachgebiet — Wildkunde. Und auf Annas allererste Frage: „Was ist eigentlich rechtlich überhaupt ‚Wild‘?“

!
Markos didaktisches Prinzip

Lernen über Mitkommen — nicht über Frontal-Erklärung.

Marko erklärt nichts, bevor er es gezeigt hat. Sein Reflex ist nicht „Ich erkläre dir jetzt, was ein Wanderfalke ist“, sondern „Hat sich gestern hier aufgebaumt — komm mal mit.“ Das ist kein Stilmittel, das ist das ganze Prinzip dieses Kurses: Du lernst an den acht echten Locations von St. Hofen, mit den sieben Menschen, die dort leben — nicht aus einem 600-Seiten-PDF-Reader und nicht in einer Multiple-Choice-Mühle. Die Lektionen bilden trotzdem die vollständige Jägerprüfung ab; nur der Weg dorthin führt über Erleben statt über Auswendiglernen.

Deine sieben Begleiter

Die sieben Menschen, mit denen du ein Jahr verbringst

Sieben Stimmen — eine Stadt, die mitgeht.

Polaroids an Annas Pinnwand. Jede Person mit eigener Rolle, eigener Atmosphäre, eigenem Auftrag. Du lernst nicht von einem Dozenten, sondern von sieben Menschen.
1
1Anna · 19 · Forstwirtin

Die Jagdschülerin

Forstwirtin im zweiten Lehrjahr beim Forstamt St. Hofen. Vater — Jäger — vor zwei Jahren gestorben, seine Silberkette mit kleinem Kreuz trägt sie seitdem täglich. An ihrer Seite Arielle, Labrador-Golden-Mix, Brauchbarkeit in allen Sparten. Annas Fragen wirst du dir selbst stellen.

2
2Marko · 55 · Falkner

Der Ausbildungsjäger

Falkner und Reviereigentümer. Tarnhose, Anglerweste mit zwölf Taschen, Dodge-Ram-Cap. In seiner Falknerei wohnen Steinadler, Uhu, Schleiereule, Sakerfalke. Lernt dich nicht über Erklärung, sondern über Mitkommen: „Hat sich gestern aufgebaumt — komm mal mit.“

3
3Patrick · 45 · Rechtsanwalt

Der Recht-Mentor

Hell, minimalistisch, Le-Corbusier-Sofa, durchgekauter BJagdG-Kommentar auf dem Glasschreibtisch. Keine Paragraphen-Akrobatik — er erklärt das Prinzip dahinter, damit es bleibt. „Neunzig Prozent der Jagdunfälle sind Papierkram. Den Rest macht ihr im Wald.“

4
4Jadoo · ~60 · Café-Wirt

Der Wirt vom Café Herzschlag

Indisch-deutsch, warmer Karamellton, buschige weiße Augenbrauen. 25 Jahre Rettungssanitäter waren genug; jetzt schenkt er Chai aus. Ehrenamtlich Förster. Sagt am Ende den einen Satz, der den Abend zusammenfasst. Das Café ist die Schaltzentrale.

5
5Sarah · 25 · Disponentin

Die Leitstelle 1-1-2

NFS-Azubi, Konditor-Präzision am Funk (acht Jahre Bäckerei vor der Ausbildung). Nimmt Wildunfälle in der Teufelskurve B472 entgegen, koordiniert Polizei, Jäger, Rettungsdienst. Knapp, klar, ohne Drama.

6
6Walter · 70 · Hegering-Vorsitzender

Hüter der jagdlichen Bräuche

Diplom-Forstwirt im Ruhestand, seit 30 Jahren Hegering-Vorsitzender. Trachtenjanker, Filzhut beim Eintreten ab. Lacht über sich und die Sprache — die Generations-Brücke, nicht der bittere alte Mann. „Du musst die Begriffe nicht mögen, junge Frau. Du musst sie kennen.“

7
7Lara · 18 · Schülerin

Der freundliche Gegenpol

Cat-Eye-Eyeliner, Septum-Ring, Regenbogen-Schal, Pins (Animal Liberation). Annas beste Freundin seit Klasse 7. Stellt am Frühstückstisch die Fragen, die ein Drittel der Wähler:innen dir auch stellen würde. Nicht zum Ärgern — zum Schärfen. „Anna, ich liebe dich, aber das ist Mord mit Lizenz. Erklär es mir nochmal.“

Anna — die Jagdschülerin

„Ich mache den Jagdschein, weil mein Vater es nicht mehr gemacht hat. Aber ich mache ihn auf meine Art — ohne Lederhose, ohne Gamsbart. Wer mir was anderes erzählt, hört mich darüber lästern.“

19, Forstwirtin im zweiten Lehrjahr beim Forstamt St. Hofen. Mutter Hundetrainerin, Vater — Jäger, ruhiger Mensch — vor zwei Jahren gestorben. Seine schlichte Silberkette mit dem kleinen Kreuz trägt sie seitdem jeden Tag.

An ihrer Seite läuft Arielle: vier Jahre, Labrador-Golden-Mix, Brauchbarkeit in allen Sparten bestanden — Marko hat sie selbst gerichtet. Anna ist die Frau, deren Fragen du dir selber stellen wirst, deren Aha-Momente du mit ihr teilen wirst.

Marko — der Falkner und Ausbildungsjäger

„Hat sich gestern hier aufgebaumt — komm mal mit.“

Marko zeigt mit dem Kopf nach oben. Er meint einen Wanderfalken, der über Nacht im Eichenkronen-Geäst neben der Voliere übernachtet hat. So lernt man bei ihm: nicht über Erklärung, sondern über Mitkommen.

55, Falkner, Reviereigentümer. Tarnhose, schwarze Outdoor-Jacke, grüne Anglerweste mit zwölf Taschen, Dodge-Ram-Cap. Das Outfit verändert sich nicht, weil es funktioniert. In seiner Falknerei wohnen Steinadler, Uhu, Schleiereule, Sakerfalke, Wüstenbussarde, Steinkäuze — und ein Anden-Adler, von dem niemand so genau weiß, wie er nach St. Hofen gekommen ist.

Patrick — der Recht-Mentor

„Neunzig Prozent der Jagdunfälle sind Papierkram. Den Rest macht ihr im Wald.“

45, Rechtsanwalt. Sein Büro ist hell, minimalistisch, Le-Corbusier-Sofa, Eileen-Gray-Tisch. Auf dem Glas-Schreibtisch liegt ein durchgekauter BJagdG-Kommentar.

Casual: weißes T-Shirt, Jeans, weiße Sneaker, Apple Watch links. Robe nur, wenn er muss. Er macht keine Paragraphen-Akrobatik — er erklärt das Prinzip dahinter, damit du es behältst.

Jadoo — der Wirt vom Café Herzschlag

„Setz dich. Kaffee oder Kakao?“

Um die 60, indisch-deutsch. Warmer Karamellton, dünnes weißes Haar, buschige weiße Augenbrauen — sein Markenzeichen. Glattrasiert, Lachfalten um die Augen, leise Stimme, jeder Satz sitzt. 25 Jahre Rettungssanitäter waren genug; jetzt schenkt er Chai aus, „der beste diesseits des Hohenfelser Horns“.

Ehrenamtlich Förster. Im Hinterzimmer treffen sich Hegering und Pächterrunden. Jadoo macht den Chai, hört zu und sagt am Ende den einen Satz, der den Abend zusammenfasst. Das Café ist im Kurs die Schaltzentrale.

Sarah — die Disponentin

„Hier Leitstelle. Welche Straße, welches Wild, wer ist alarmiert?“

25, blond, mittellanges Haar im Dienst zum französischen Zopf gebunden, blau-graue Augen. An den Innenseiten der Unterarme verblasste Mehl-Verbrennungsnarben — acht Jahre Konditorin in der Bäckerei „Zuckerstern“ vor der NFS-Ausbildung. Konditor-Präzision am Funk.

Sie nimmt Wildunfälle in der Teufelskurve B472 entgegen, koordiniert Polizei, Jäger, Rettungsdienst. Knapp, klar, ohne Drama. Wenn du im Kurs einen Wildunfall hörst, ist sie diejenige, die ihn aufnimmt.

Walter — der Hegering-Vorsitzende

„Du musst die Begriffe nicht mögen, junge Frau. Du musst sie kennen.“

70 Jahre, Diplom-Forstwirt im Ruhestand, seit 30 Jahren Vorsitzender des Hegerings St. Hofen. Trachtenjanker mit Hirschhorn-Knöpfen, dunkelgrüne Bundhose, beige Wollstrümpfe, klassische Lederwanderschuhe. Den Filzhut nimmt er beim Eintreten ab — bayerische Tradition, INDOORS kein Hut auf dem Kopf.

Walter lacht. Über sich, über die Sprache, über Annas Empörung in Lektion 6, wenn sie zum ersten Mal „Waidmannsheil“ hört. Er ist nicht der bittere alte Mann, der „früher war alles besser“ sagt. Er ist die Generations-Brücke — er hat selbst Enkel in Annas Alter, weiß genau, wie absurd „Lauscher“ und „Lichter“ beim ersten Hören klingen.

Bei Marko hat Walter vor 30 Jahren den jungen Falkner als Hegering-Mitglied eingearbeitet. Wenn Marko mit Anna durch die Tür kommt, ist das, wie wenn sich Vater und Großvater treffen — Anna ist die Enkelin in dieser Konstellation. Walter taucht auf, wann immer es um Brauchtum, Sprache und das ungeschriebene Regelwerk der Jagd geht.

Lara — der freundliche Gegenpol

„Anna, ich liebe dich, aber das ist Mord mit Lizenz. — Erklär es mir nochmal.“

18, Schülerin am Gymnasium St. Hofen, Abiturjahrgang. Praktikantin in einer veganen Backstube am Marktplatz. Annas Mitbewohnerin in der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung über dem Café Herzschlag — beste Freundinnen seit Klasse 7.

Look: schwarz gefärbtes Haar, heller Make-up, Cat-Eye-Eyeliner, Septum-Ring, Lederjacke voller Pins (Regenbogen, „Animal Liberation“, Anarchie-A im Kreis), langer Regenbogen-Schal, schwere Doc-Martens. Du erkennst sie in einer Sekunde — und findest sie in zweien sympathisch.

Lara ist der freundlichste Test, den du im Kurs hast. Sie stellt am Frühstückstisch die Fragen, die ein Drittel der deutschen Wähler:innen dir auch stellen würde. Wer auf Lara antworten kann, besteht jede mündliche Prüfungs-Frage zur ethischen Rechtfertigung der Jagd. In jedem Fachgebiet kommt sie mindestens einmal — als eigene Section „Frühstück bei Lara“. Nicht zum Ärgern, zum Schärfen.

Eselsbrücke — die sieben Begleiter

A · M · P · J · S · W · L

Sieben Namen, sieben Rollen. Wer die Reihenfolge einmal in der Hand hatte, in der Marko sie im Prolog vorstellt, findet sie in jeder Lektion wieder.

  • A
    Anna

    Die Jagdschülerin — Forstwirtin, deine Perspektive im Kurs.

  • M
    Marko

    Der Ausbildungsjäger und Falkner — lehrt über Mitkommen, nicht über Erklärung.

  • P
    Patrick

    Der Recht-Mentor — Rechtsanwalt, erklärt das Prinzip hinter dem Paragraphen.

  • J
    Jadoo

    Der Wirt vom Café Herzschlag — die Schaltzentrale der Stadt.

  • S
    Sarah

    Die Disponentin der Leitstelle 1-1-2 — koordiniert bei Wildunfällen.

  • W
    Walter

    Der Hegering-Vorsitzende — Hüter der jagdlichen Bräuche und Sprache.

  • L
    Lara

    Der freundliche Gegenpol — stellt die Fragen, die auch die Prüfung stellt.

„Du musst dir nicht acht Orte merken. Du musst dir merken, wen du wo fragst.“ — Marko

Acht Orte, an denen du dieses Jahr lernen wirst

St. Hofen ist die Bühne. Du lernst nicht in Räumen, sondern in Locations — jede mit eigener Atmosphäre, eigener Person, eigenem Auftrag.

Acht Lern-Locations — jede mit eigenem Auftrag

St. Hofen ist die Bühne. Jede Location hat eine Person und einen Lerninhalt. Den kompletten Plan mit Personen und Locations findest du auf der Roter-Faden-Seite.

Forstamt St. Hofen

Annas Arbeitgeber

  • Holzlagerplatz, Werkstatt, Dienstwagen-Hof
  • Hier startet jeder Pirschgang
  • Hier wird das Wild eingetragen
  • Am Abend der erste Kaffee aus der Thermoskanne

Falknerei Alpine Sky Hunters

Markos Welt am Ortsrand

  • Volieren mit Steinadler, Uhu, Sakerfalke
  • Lehrhof für Schulklassen
  • Anden-Adler unbekannter Herkunft
  • Hier lernst du Beizjagd, Greifvögel, Federwild

Café Herzschlag

Marktplatz-Mitte · Schaltzentrale

  • Holztresen, Transistorradio, Käsekuchen
  • Vorne Treffpunkt für die ganze Stadt
  • Hinten Stammtisch-Salon für Hegering + Pächterrunden
  • Jadoo bringt den Chai, der Rest erzählt sich

Patricks Kanzlei

Recht und klarer Kopf

  • Hellgrau, minimalistisch, Le-Corbusier-LC2
  • Glasdesk mit BJagdG-Kommentar
  • Bei Rechtsfragen kommst du hierher
  • Und gehst mit klarem Kopf wieder raus

Markos Revier

Eine knappe Autostunde entfernt

  • Hochsitze, Salzlecken, Pirschpfade durch Mischwald
  • Hier passiert die Praxis
  • Ansitz, Bestätigung, Schweißarbeit
  • Bruchzeichen

Schießstand St. Hofen

50-, 100- und Laufende-Scheibe

  • Hier macht Anna ihren ersten Schuss
  • Trefferbild, Anschlag, GEE prüfen
  • Hier wird in FG3 erklärt, warum die vier Cooper-Regeln keine Empfehlung sind
  • Schrot und Büchse

Leitstelle 1-1-2

Sarahs Arbeitsplatz

  • Drei Monitore, ein Headset, eine Tafel mit der Region
  • Wildunfall in der Teufelskurve B472
  • Sie koordiniert zuerst
  • Knapp, klar, ohne Drama

Hohenfelser Horn

Bergwild

  • Gams, Steinbock, Murmeltier
  • Im Sommer Pirsch in Felsenkarren
  • Im Winter Bergwacht-Einsätze
  • Marko zeigt Anna, wie man Hörner liest — Knotenringe rückwärts
FORSTAMT · FALKNEREI · CAFÉ · KANZLEI · REVIER · STAND · LEITSTELLE · HORN

Vom Hof über die Falknerei zur Schaltzentrale, von der Kanzlei ins Revier, vom Schießstand zur Leitstelle bis hinauf ins Bergwild — acht Bühnen, ein Jahr.

Ein Anruf am ersten Praktikums-Tag

Fall-Vignette

Ein Anruf am ersten Praktikums-Tag — wen ruft Anna an?

Foto folgt

Fall-Vignette

Annas Handy klingelt vormittags im Forstamt-Hof. Ein Landwirt aus der Nähe der Teufelskurve an der B472 meldet zwei Dinge in einem Atemzug: Erstens ist heute Nacht ein Reh mit einem Auto kollidiert, das Tier liegt verletzt am Straßenrand. Zweitens will er wissen, wer eigentlich haftet, wenn in seinem Streifen noch niemand offiziell als Jagdausübungsberechtigter eingetragen ist. Anna hat noch keinen Jagdschein, aber sie weiß, wer in St. Hofen wofür zuständig ist.
An wen wendet sich Anna zuerst wegen des Wildunfalls — und an wen für die Rechtsfrage? Warum genau diese beiden?
Anna’s Antwort

Anna sagt:

Für den Wildunfall ruft Anna Sarah in der Leitstelle 1-1-2 an — sie nimmt Wildunfälle in der Teufelskurve B472 entgegen und koordiniert Polizei, Jäger und Rettungsdienst. Das ist ihre Aufgabe im Kurs, keine Nebensache. Für die Rechtsfrage verweist Anna den Landwirt an Patrick — seine Kanzlei ist der Ort, an dem Rechtsfragen geklärt werden, und die Frage nach der Zuständigkeit im unverpachteten Streifen ist genau das: eine Rechtsfrage, keine Praxisfrage für Marko. Die Lehre dahinter: St. Hofen ist kein zufälliges Figurenensemble, sondern eine Stadt mit klar verteilten Zuständigkeiten. Wer weiß, wer wofür zuständig ist, verliert in einer echten Lage keine Zeit mit der falschen Person.

Häufige Prüfungsfehler — Wer macht was in St. Hofen

Aus offenen Prüfungsfragen-Katalogen (NRW, BY, NDS, BW) — die Top-Fallen.

  1. 1.

    Falsch:Marko ist der Recht-Mentor, weil er im Prolog schon Paragraphen erwähnt.

    Richtig:Der Recht-Mentor ist Patrick, der Rechtsanwalt. Marko ist der Ausbildungsjäger und Falkner — er lehrt über Mitkommen und Praxis, nicht über Gesetzestexte.

    weil:Beide Männer kommen im Prolog vor, bevor ihre Rollen klar getrennt sind. Wer die beiden vertauscht, ruft in einer echten Lage die falsche Person an.

  2. 2.

    Falsch:Sarah arbeitet im Forstamt, so wie Anna.

    Richtig:Sarah ist NFS-Azubi und Disponentin der Leitstelle 1-1-2 — sie sitzt am Funk, nicht im Forstamt. Anna ist die Einzige der sieben Begleiter mit einer Forstamt-Anstellung.

    weil:Beide sind jung und beruflich eingebunden, das verleitet zur Verwechslung. Ihre Zuständigkeiten überschneiden sich aber nicht: Anna lernt Jagd, Sarah koordiniert Einsätze.

  3. 3.

    Falsch:Der rote Faden ist ein Gegenstand, den man am Ende der Prüfung abgibt.

    Richtig:Der rote Faden ist eine didaktische Metapher für die empfohlene Reihenfolge durch alle Lektionen — kein Prüfungs-Requisit. Wer sich verliert, geht gedanklich zurück zu der Stelle, an der der Faden noch in der Hand war.

    weil:Das Wollknäuel ist im Bild real — das verleitet dazu, auch die Bedeutung dahinter wörtlich zu nehmen. Gemeint ist die Reihenfolge, nicht das Requisit.

  4. 4.

    Falsch:Walter prüft am Ende die Jägerprüfung.

    Richtig:Walter ist Hegering-Vorsitzender und Hüter der jagdlichen Bräuche und Sprache — kein Prüfer. Die Jägerprüfung läuft über eine Prüfungskommission der unteren Jagdbehörde.

    weil:Walter tritt im Kurs oft in prüfungsnahen Momenten auf (Vokabeln, Brauchtum), das verwechselt Rolle mit Funktion. Er bereitet vor, er prüft nicht amtlich.

Forstamt St. Hofen · Prüfungsvorbereitung · Jagdschein FG 1

Bevor der Kurs richtig losgeht — eine Entscheidung

Es ist Annas erster Tag. Sie hat schon von Marko gehört, dass es im Revier gleich losgehen könnte — aber FG0, der Soft-Entry mit Verfahren, Kosten und Jagdarten, ist noch nicht fertig. Was macht sie?

Marko gibt dir das Ende

Forstamt-Hof, zwei Atemzüge bevor Anna losgeht. Marko reicht ihr das Ende eines roten Wollknäuels; sie nimmt es zwischen Daumen und Zeigefinger. Der Faden verschwindet auf der anderen Seite des Hofes.

„Halt mal fest. Das ist der rote Faden — der bleibt in deiner Hand, vom Prolog bis zur Prüfung. Wenn du dich verlierst, gehst du zurück bis zu dem Punkt, wo der Faden noch in deiner Hand war.“

Marko reicht dir das Ende eines roten Wollknäuels. Du nimmst es zwischen Daumen und Zeigefinger. Der Faden verschwindet auf der anderen Seite des Hofes — und führt durch alle Lektionen, alle Fachgebiete, alle Personen, alle Locations.

Der rote Faden: Polaroids sind die Lektionen, der rote Faden ist die empfohlene Reihenfolge. Den kompletten Plan mit Personen und Locations findest du auf der Roter-Faden-Übersicht des Jagdkurses.

Bevor Du losgehst — eine Aufgabe für Dich

💬 Marko fragt — erst selbst erklären

Ordne fünf der acht Locations der Person zu, die dort auf Dich wartet, und schreib zu jeder in einem Halbsatz, was Du dort lernst. Erklär danach in zwei Sätzen, was Marko mit dem roten Faden meint — ohne das Wort „Faden“ zu benutzen.

Tipp: Geh die Orte nicht als Liste durch, sondern als Weg: Wo fängt ein Tag an, wo wird gefragt, wo wird geschossen, wo klingelt das Telefon, wenn etwas passiert ist? Und für den zweiten Teil: Der Faden ist keine Deko — er beantwortet die Frage „Was kommt als Nächstes und warum?“

Formulier die Antwort erst laut für Dich — dann aufdecken.

Auflösung aufdecken
Zuordnung (fünf von acht): Forstamt St. Hofen — Annas Arbeitgeber; hier startet jeder Pirschgang und hier wird das Wild eingetragen. Falknerei Alpine Sky Hunters — Marko; hier lernst Du Beizjagd, Greifvögel und Federwild. Café Herzschlag — Jadoo; vorne die Stadt, hinten der Stammtisch von Hegering und Pächterrunden, also alles, was mit Brauchtum und Selbstverwaltung zu tun hat. Patricks Kanzlei — Patrick; jede Rechtsfrage vom BJagdG bis zum Pachtvertrag. Schießstand St. Hofen — hier fällt Annas erster Schuss, Trefferbild, Anschlag, GEE, Schrot und Büchse. (Die übrigen drei: Markos Revier für die Praxis am Ansitz und bei der Schweißarbeit, die Leitstelle 1-1-2 bei Sarah für den Wildunfall in der Teufelskurve B472, das Hohenfelser Horn für Gams, Steinbock und Murmeltier.) Der rote Faden in zwei Sätzen: Der Kurs hat eine empfohlene Reihenfolge, die über alle Fachgebiete, Lektionen, Personen und Locations durchläuft — jede Station baut auf der vorigen auf. Wer den Überblick verliert, geht bis zu der Stelle zurück, an der er ihn zuletzt hatte, statt vorne neu anzufangen. Was Marko dazu sagen würde: Du musst Dir nicht acht Orte merken. Du musst Dir merken, wen Du wo fragst.

Was als nächstes passiert

Acht Fachgebiete, rund 90 Lektionen, etwa 90 Stunden über sechs bis neun Monate. Anna führt durch alle. Marko erklärt die Praxis. Patrick das Recht. Jadoo schenkt nach. Sarah taucht auf, wo Welten sich kreuzen.

Keine Tracht. Keine Folklore. Aber die Brauchtum-Themen, die du für die Prüfung brauchst — die kommen alle. Anna lästert dazwischen ehrlich. Marko erklärt, warum das Brauchtum existiert. Du entscheidest, wo du stehst.

Nächste Lektion: erst FG0 — der Soft-Entry. Verfahren, Kosten, Mindestalter, Schein-Arten. Danach FG1 — Wildkunde. Und Annas erste Frage an Patrick: „Was ist eigentlich rechtlich überhaupt ‚Wild‘?“

Prüfungsteil — erst schreiben, dann ankreuzen

Eine Aufgabe ist frei zu beantworten. Schreib die Antwort wirklich auf, bevor Du die Musterlösung aufklappst — wer nur liest, prüft sein Wiedererkennen und nicht sein Wissen.

Antwortbogen · Freie Beantwortung

jk-fg0-prolog-f01Sachgebiet FG0Verstehen — erklären
6 Min. PrüfungszeitPunkte3

Aufgabenstellung

Nennen Sie für vier der sieben Begleiter (nicht Anna) ihre jeweilige Rolle im Kurs. Erklären Sie anschließend das didaktische Prinzip „Lernen über Mitkommen statt Frontal-Erklärung“ in einem Satz — und woran es sich im Prolog konkret zeigt (ein Beispiel genügt). (3 Punkte)

Erwartet6 Nennungen

Frei formulieren — auf Papier, im Kopf oder laut. Erst danach aufdecken.

Antwort

in Stichworten genügt
Bewertung und Musterantwort aufdecken6 Begriffe

Hake ab, was Du tatsächlich genannt hast — nicht, was Du wiedererkennst. Nur so stimmt die Zahl unten.

Selbstbewertung0 / 3 P

Musterantwort — so sieht die volle Punktzahl aus

Vier von sieben Rollen: Marko ist der Ausbildungsjäger und Falkner und lehrt über Mitkommen, nicht über Erklärung. Patrick ist der Recht-Mentor — Rechtsanwalt, der das Prinzip hinter dem Paragraphen erklärt. Jadoo ist der Wirt vom Café Herzschlag, die Schaltzentrale der Stadt. Sarah ist Disponentin der Leitstelle 1-1-2 und koordiniert bei Wildunfällen. — Das didaktische Prinzip „Lernen über Mitkommen“ bedeutet: Man lernt nicht aus einem vorab erklärten Lehrbuch-Text, sondern indem man an den echten Locations von St. Hofen mit den Menschen mitgeht, die dort etwas zu zeigen haben. Konkret zeigt sich das gleich zu Beginn: Marko erklärt Anna nicht erst, was ein Wanderfalke ist — er sagt „Hat sich gestern hier aufgebaumt — komm mal mit“ und zeigt ihn ihr live.

Häufig unvollständig · 2 Fälle

  • Marko ist der Falkner, Patrick der Anwalt, Jadoo der Café-Besitzer, Sarah arbeitet bei der Polizei. Man lernt praktisch statt theoretisch.

    Verliert:1 Punkt von 3 — drei der vier Rollen sitzen ungefähr, aber Sarah arbeitet in der Leitstelle 1-1-2, nicht bei der Polizei (sie koordiniert Polizei, Jäger und Rettungsdienst, ist aber selbst Disponentin). Und „praktisch statt theoretisch“ ist eine Verallgemeinerung — gefragt war das konkrete Prinzip Mitkommen samt einem Beispiel aus dem Prolog, keines von beidem steht da.

  • Marko lehrt über Mitkommen, Patrick ist der Recht-Mentor, Jadoo die Schaltzentrale, Sarah die Disponentin. Man lernt über Mitkommen statt Frontal-Erklärung.

    Verliert:0,5 Punkte von 3 — alle vier Rollen und das Prinzip sitzen exakt. Es fehlt nur das verlangte konkrete Beispiel aus dem Prolog-Text — ohne Beispiel bleibt die Definition eine Behauptung.

Fundstelle: Meta-Cards „Deine sieben Begleiter“, Meta-Statement „Markos didaktisches Prinzip“, Abschnitt „Marko — der Falkner und Ausbildungsjäger“

Jägerprüfung · Bewertet wird nach Schlüsselbegriffen — der Prüfer unterstreicht und zählt. Drei Punkte heißen in der Regel drei Nennungen.

📔 Annas Logbuch — sitzt das schon?Hand aufs Herz

Du benennst die sieben Begleitfiguren des Jagdschein-Jahres (Anna, Marko, Patrick, Jadoo, Sarah, Walter, Lara) und ihre jeweilige Rolle im Kurs.

Du ordnest die acht Lern-Locations von St. Hofen ihren jeweiligen Lerninhalten zu.

Du erkennst das didaktische Prinzip des Kurses — Lernen über Mitkommen statt über Frontal-Erklärung.

Du verstehst die Funktion des roten Fadens als durchgängige Reihenfolge über alle Fachgebiete, Lektionen, Personen und Locations.

Lektions-Status: Migrations-Konvertierung (mcp-TSX → Konzept-Markdown), draft. FG-Anker: FG0 — Soft-Entry vor der Wildkunde. Quelle: mcp/frontend/src/content/abenteuer/jagdkurs-prolog/JK00Prolog.tsx. Nächste Lektion: FG0-L01 „Vor dem ersten Antrag“.

Geschmack auf mehr?

Tante Emma wartet schon auf Dich. Viele weitere Lektionen — sobald die Kasse fertig ist.

Zur Kurs-Übersicht →